Plätze an der Sonne

Reisemobiltourismus ist beliebt wie nie zuvor. Deshalb werden zusätzliche Reisemobil-Stellplätze gebraucht. Gute Chancen für künftige Stellplatzbetreiber mit Ideen und Unternehmergeist.

Plätze an der Sonne

Reisemobiltourismus ist beliebt wie nie zuvor. Deshalb werden zusätzliche Reisemobil-Stellplätze gebraucht. Gute Chancen für künftige Stellplatzbetreiber mit Ideen und Unternehmergeist.

Caravaning stillt Bedürfnis nach risikoarmen Reisen

Üblicherweise beginnt für das Gros der Caravaningenthusiasten mit den Osterferien die jährliche Reisezeit. Die Corona Pandemie und der 1. Lockdown verschob den Reisebeginn bis in den Mai 2020 und führte zu einer sehr intensiven Reisesaison, die mit dem Verbot touristischer Reisen bereits zu Beginn des Novembers wieder beendet wurde. Auch im Jahr 2021 verhinderte die Corona Pandemie den Saisonbeginn zu Ostern. Ein Modellprojekt zur vorsichtigen Öffnung im Tourismus wurde in Schleswig-Holstein gerade verschoben. Wenn touristische Reisen wieder erlaubt sein werden, dann ist wie im Jahr 2020 mit einer starken Frequentierung von Reisemobilstellplätzen zu rechnen.

 

Die Caravaningbranche drängte 2020 und 2021 auf einen schnellen Neustart für den Caravaning-Tourismus, weil das individuelle Reisen in autarken Reisemobilen und Caravans in diesen Zeiten so sicher wie kaum eine andere Urlaubsform ist. Noch nie waren Reisemobile so stark nachgefragt wie im Jahr 2020. In den Fokus rücken durch die Pandemie Reiseerlebnisse, Regionalität, Authentizität und Klimaschutz. Zurück gehen Massentourismus, Internationalität und Reisen mit dem Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff. An Bedeutung gewinnen in Corona-Zeiten risikoarme Reiseformen wie der Urlaub mit dem Caravan oder Reisemobil, der Natur- und Aktivurlaub, individuelles Reisen und Nachhaltigkeit.

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Reisemobiltourismusstandort Deutschland zukunftsfähig weiterentwickeln

Viele Menschen wollen trotz der Corona-Pandemie reisen, bevorzugen aber risikoarme Urlaubsformen wie Caravaning, das Natur- und Aktivurlaub sowie Outdooraktivitäten ideal vereint. Die Urlaubsform Caravaning wird noch beliebter, folglich steigt der Bedarf an Reisemobilstellplätzen. Gefragt sein werden zukünftig auch Angebote aus der zweiten Reihe. Auch weniger bekannte Destinationen müssen ausgewählt, modernisiert und vermarket werden. Dies ist lohnend, denn Corona hat das Interesse am Heimaturlaub sprunghaft ansteigen lassen.

 

Auf dem CARAVAN SALON 2020 zeigte der CIVD mit seinen Partnern des AK Reisemobiltourismus auf einem Muster-Stellplatz, wie ein moderner Reisemobilstellplatz aussehen kann. Fachbesucher, Touristiker, potentielle Betreiber, Investoren und Interessierte wurden umfassend beraten. Stellplatz-Experten und Senior-Stellplatzbetreiber gaben konkrete Beratung aus der Praktikerperspektive und Tipps für Touristiker, Betreiber, Neueinsteiger, Investoren usw. Fachbesucher und Interessierte konnten sich durch Gespräche mit Stellplatz-Experten umfassend beraten lassen. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart informierten sich vor Ort über die Potenziale dieses wachsenden Tourismuszweiges.

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Der Musterstellplatz auf dem CARAVAN SALON zielte in erster Linie auf B2B-Kontakte, damit die Stellplatzinfrastruktur weiterentwickelt wird, um dem starken Bestandszuwachs bei den Reisemobilen zu begegnen. So wurden in den 10 Messetagen in Düsseldorf gut 300 Fachgespräche mit Kommunen, Tourismusverantwortlichen, Investoren usw. geführt, viele Gespräche bereits mit konkretem Planungshintergrund.

 

Der Musterstellplatz wird in 2021 weiter ausgebaut.

Neustart im Tourismus – Positionspapiere des Arbeitskreis „Reisemobiltourismus“ für die Zeit nach der Corona-Krise

 

Der Arbeitskreis „Reisemobiltourismus“, dem neben dem CIVD Vertreter des ADACs, des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und ausgewiesene Stellplatz-Experten angehören, hat Positionspapiere für die Zeit nach der Corona-Krise erarbeitet. Zentral ist das Bedürfnis der Menschen nach sicheren Reiseformen. Weil individuelle Reisen in autarken Reisemobilen und Caravans in diesen Zeiten so sicher wie kaum eine andere Urlaubsform ist, rückte der Urlaub mit dem Reisemobil oder Caravan noch stärker in den Fokus der Deutschen. Gerade der Urlaub mit Reisemobil und Caravan bietet wie kaum eine andere Art des Tourismus eine maximale Autarkie. Das „Haus auf Rädern“ mit eigenen Wohn-, Koch-, Sanitär- und Schlafmöglichkeiten sorgt dafür, dass die Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolutes Minimum beschränkt werden können.

Video-Rundgang zum verantwortungsvollen Reisemobiltourismus

 

Wie verantwortungsvoller Reisemobiltourismus nach der Corona-Krise konkret aussehen kann, zeigt dieser Video-Rundgang auf einem Reisemobilstellplatz des NordseeCamping Hooksiel:

Stellplatz-Landschaft ausbauen

 

Reisemobiltourismus boomt. Doch es gibt Nachholbedarf bei den Kapazitäten – in der Stadt und auf dem Land

Impulse für die Wirtschaft

 

Aktuelle wissenschaftliche Studie belegt: Caravaning-Urlauber bescheren Wirtschaft 14 Mrd. Euro jährlich

Planungshilfe zum Bau von Stellplätzen

 

Verlässliche Empfehlungen und Beispiele zu Bau, Ausstattung und Weiterentwicklung von Stellplätzen

Zwei Experten im Interview

 

Von den Besten lernen – Zwei Stellplatz-Experten erklären, was es bei Planung und Betrieb eines Stellplatzes zu beachten gibt

Der Reisemobiltourismus boomt in Deutschland wie nie zuvor. Jedes Jahr ein neuer Rekord – so lässt sich die zurückliegende Dekade auf dem Reisemobilmarkt zusammenfassen. Auch 2020 erreichten die Neuzulassungen von Reisemobilen mit über 78.000 Fahrzeugen einen neuen Bestwert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein herausragendes Wachstum von knapp 45 Prozent. Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich die Reisemobilneuzulassungen nahezu verdoppelt. Auch der Bestand wächst stark an. Zum 1.1.2021 meldete das Kraftfahrt-Bundesamt knapp 675.000 zugelassenen Reisemobile, 50 % mehr als noch 2016. Die Corona Pandemie hat den Trend zum Reisemobil noch verstärkt.

 

Reisemobilisten sind ausgeprägte Individualisten. Sie suchen Ziele auch abseits der ausgetretenen Pfade des Massentourismus. Sie sind finanziell weitgehend unabhängig. Reisemobilisten bevorzugen vor allem Kurzreisen innerhalb von Deutschland und sind gerade deshalb für den Deutschlandtourismus ausgesprochen attraktiv.

So hat sich seit 1983 eine Infrastruktur in Deutschland entwickelt, die mit über 4.300 Stellplätzen vielfältiger und lebendiger denn je ist. Trotz der großen Anzahl bestehender Stellplätze bietet der Reisemobiltourismus für Kommunalpolitiker, Touristiker und Investoren eine große Chance, sich einer neuen Herausforderung und Entwicklung im Bereich Tourismus zu stellen.

 

Diese Website bietet Informationen zum Wirtschaftsfaktor Reisemobiltourismus und gibt verlässliche Empfehlungen zur Planung von Reisemobilstellplätzen.

Eine Kooperation von…

CIVD_Signet_Pokal
2020: fast 80.000 neu
zugelassene Reisemobile
CIVD_Signet_Umsatzsteigerung
Reisemobilisten geben
50 € pro Tag aus
CIVD_Signet_Deutschland
Insgesamt 675.000
Reisemobile in Deutschland
zugelassen
CIVD_Signet_Pokal
2018: 46.000 neu
zugelassene Reisemobile
CIVD_Signet_Umsatzsteigerung
Reisemobilisten geben
50 € pro Tag aus
CIVD_Signet_Deutschland
Insgesamt 487.000
Reisemobile in Deutschland
zugelassen

Stellplatz-Landschaft ausbauen

 

Seit der Ausweisung des ersten deutschen Reisemobilstellplatzes im ostbayerischen Viechtach im Jahre 1983 hat sich der Reisemobiltourismus von einem anfangs noch belächelten Nischenmarkt zu einem boomenden Segment im Deutschlandtourismus entwickelt. Den über 675.000 allein in Deutschland zugelassenen Reisemobilen stehen über 4.300 Stellplätze aller Größen- und Qualitätsstufen gegenüber. Mit der Entwicklung zu immer größeren, besseren und in der Nähe zu touristischen Anziehungspunkten gelegenen Stellplätzen hat sich der Reisemobiltourismus längst zu einer eigenständigen Urlaubsform entwickelt, die die spezifischen Wünsche und Bedürfnisse von Reisemobiltouristen zu berücksichtigen sucht. Insgesamt gehört Deutschland neben Frankreich und Italien zu den Ländern in Europa mit der besten Infrastruktur für Reisemobiltouristen, die aber immer noch ausbaufähig ist.

 

Doch auch in Deutschland gibt es in einigen Gebieten noch deutlichen Nachholbedarf. Landesweit betrifft dies in erster Linie die größeren Städte. Aachen, Berlin, Dresden, Freiburg, Hamburg und Köln sind rühmliche Ausnahmen vom sonst vorherrschenden Trend, dass sich größere Städte schwertun, sich dem Reisemobiltourismus mit Stellplätzen öffnen. Außerhalb der Ballungsgebiete finden sich größere Stellplatzlücken vor allem in Südhessen, an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein, an der Küste und auf den großen Inseln von Mecklenburg-Vorpommern, in Oberbayern und in Teilen von Niederbayern. Vereinzelt finden sich hier zwar gute Stellplätze, die aber allein eine gesamte Region nicht für diese Zielgruppe erschließen können. In Extremfällen – etwa an der ostdeutschen Ostseeküste – sind die wenigen Stellplätze dem Andrang von Reisemobilen in der Hochsaison nicht gewachsen, was zu Problemen zwischen mobilen Gästen und Kommunen führen kann.

 

Ausbaubar ist die Situation in den fünf östlichen Bundesländern. Allein der Freistaat Thüringen weist hier eine größere Zahl von Stellplätzen auf. Neue, bereits angekündigte Projekte könnten diese führende Stellung des Landes in naher Zukunft noch ausbauen. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt, im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern und in weiten Teilen von Sachsen dagegen finden sich nur vereinzelt empfehlenswerte Etappenstationen für Reisemobiltouristen.

Impulse für die deutsche Wirtschaft

 

Eine aktuelle Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München (dwif) belegt die wirtschaftliche Bedeutung von Camping- und Caravaning-Tourismus in Deutschland. Demnach bescheren Urlauber mit Reisemobil, Caravan oder Zelt der heimischen Wirtschaft einen Gesamtumsatz von 14 Milliarden Euro. Über 180.000 Arbeitsplätze hängen vom Caravaning-Tourismus ab.

 

Da viele Caravaning-Enthusiasten im eigenen Land verreisen, profitiert auch die deutsche Tourismusbranche stark von dem Boom. Insgesamt 140 Millionen Übernachtungen bzw. Aufenthaltstage zählten die deutschen Campingplätze und Reisemobilstellplätze 2018 (2016: 13,5 Mio). Davon entstehen 15,5 Mio. Übernachtungen durch Reisemobilisten auf und außerhalb von Reisemobilstellplätzen (2016: 13,5 Mio.) sowie weitere 16,5 Mio. Tagesreisen mit dem Reisemobil (2016: 14,5 Mio.).

 

Die zuletzt 2019 aktualisierte Studie gewährt unter anderem interessante Einblicke in das Ausgabenverhalten von Caravanern und Reisemobilisten: Rund 50 Euro gibt geben Reisemobilisten pro Tag aus. Daraus folgt ein Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro alleine von Reisemobilisten außerhalb von Campingplätzen. Diese verteilen sich dabei neben den Übernachtungskosten vor allem auf den lokalen Einzelhandel, die Gastronomie und Freizeitangebote wie Freizeitparks, Museen und Wellness-Angebote.

dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Camping-
und Reisemobiltourismus in Deutschland“

Januar 2018 – aktualisierte Version im Downloadbereich

Planungshilfe zum Bau von Stellplätzen

 

Ziel der Planungshilfe ist es, kommunalen und privaten Anbietern verlässliche Empfehlungen zur Anlage, Ausstattung und Weiterentwicklung von Reisemobilstellplätzen in Deutschland zu liefern. Die Planungshilfe will bestmögliche Lösungen zeigen, definiert aber keine Mindeststandards.

 

Die vorliegende Planungshilfe wurde vom Deutschen Tourismusverband e.V. (DTV) in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub e.V. (ADAC), dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD), dem Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD), dem Deutschen Caravaning Handels-Verband e.V. (DCHV), Thomssen Consult sowie der Qualitätsmarke Top-Platz erstellt.

 

Die Planungshilfe wurde im August 2018 in zweiter und überarbeiteter Auflage veröffentlicht.

DTV-Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze
in Deutschland

August 2018

Zwei Experten im Interview

Herr Armin Kanning, Geschäftsführer Wangerland Touristik GmbH, berichtet über das fulminante Revival des Camping- und Caravaning-Urlaubes. Der Reisemobiltourismus profitiert dabei auch von dem wiedererstarkten Interesse der Menschen am Entdecken und Erleben der Natur. Der Betreiber zweier traditionsreicher und erfolgreicher Stellplätze an der Nordsee lobt die DTV-Planungshilfe als essentielle Grundlage zu Planung und Betrieb eines Stellplatzes, in das die Kompetenz verschiedener Experten eingeflossen ist.

 

Dem pflichtet Werner Angermüller, Betreiber der Wellness-Oase Franketherme und des angeschlossenen Reisemobilstellplatzes, bei. Für ihn stellt die Planungshilfe des DTV einen wichtigen Ratgeber für die Errichtung, den Ausbau und den erfolgreichen Betrieb eines Reisemobilstellplatzes dar. Zudem spricht er über den wachsenden Bedarf an Stellplätzen sowie deren positive wirtschaftliche Impulse für die Region.