Stellplatz-Konzepte im Überblick

Stellplatz-Konzepte im Überblick

Es haben sich drei Haupt-Kategorien unterschiedlicher Stellplätze herauskristallisiert: der Premium-Platz, der Standard-Platz und der Basic-Platz. Grundsätzlich gilt dabei: Angesichts der sehr heterogenen Zielgruppe der Reisemobiltouristen werden alle drei Stellplatztypen ihre Gäste finden. Für die Durchreise auf der Fahrt in den Urlaub reicht ein ruhig gelegener Basic-Platz für eine Nacht völlig aus, und für den Wochenend-Ausflug in eine kleinere Stadt genügt ein Standard-Platz mit Grundausstattung.

Wer hingegen einen einwöchigen Wellness-Aufenthalt in einer Therme plant, einen Skiurlaub oder längere Ferien am Meer verbringen will, der freut sich über einen komfortablen Premium-Platz, in vielen Fällen sogar über eine persönliche Betreuung der Gäste durch einen Betreiber.

Premium-Platz

 

Bei Stellplätzen dieser Kategorie handelt es sich um professionell geführte und oft eigens für diesen Zweck geplante und gebaute Freizeitanlagen, die sich speziell an den Wünschen und Bedürfnissen anspruchsvoller Reisemobil-Touristen ausrichten. Die häufig zu findenden Begriffe wie Reisemobilhafen oder Wohnmobilpark stehen für ein ausschließlich für Reisemobile reserviertes Gelände in attraktiver, weil „ereignisnaher“ Lage. Stellplätze dieser Kategorie haben meist eine Kapazität zwischen 40 und 100 Parzellen. Ihr größter Vertreter in Deutschland kommt auf 480 Standplätze.

 

Dank Anlage und Ausstattung eignen sich diese Stellplätze auch gut für einen längeren Aufenthalt. Der Grundriss moderner Premium-Stellplätze geht über den Stil größer gestalteter Pkw-Parkplätze mit rechtwinklig angelegten Fahrwegen und Parzellen weit hinaus. Kreis- oder sternförmig angelegte Übernachtungsbereiche mit einem klar definierten Zentrum, deutlich getrennten Service- und Freizeitflächen beginnen, diese Stellplätze zu prägen. Bei der Gestaltung sind Freizeitflächen für jedes Mobil und eine großzügige Begrünung der Gesamtanlage inzwischen Standard.

 

Auf der Ausstattungsseite sind Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie Stromanschlüsse für alle Parzellen (16 Amp) Standard. Auf Premium-Stellplätzen sind Sanitäranlagen mit WC, Dusche, Waschmaschine, Wäschetrockner und Geschirrspülbecken inzwischen die Regel. Infomöglichkeiten zu den touristischen Attraktionen, Brötchenservice, Hundeduschen bei strandnahen Stellplätzen, Mini-Shop der Bistro und persönliche Gästebetreuung runden den Standard dieser Stellplätze ab.

 

Aufgrund der hohen Anziehungskraft dieser Stellplätze und einer oft sehr guten Auslastung haben in jüngster Zeit auch immer mehr private Investoren das Geschäftsmodell entdeckt. Die Kosten für den Bau eines solchen Stellplatzes bewegen sich zurzeit, je nach Größe und Vernetzung mit bestehenden Einrichtungen zwischen 300.000 Euro und 2.000.000 Euro.

Standard-Platz

 

Reisemobil-Stellplätze der zweiten Kategorie sind nicht nur in Deutschland weit verbreitet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um umgewidmete Parkplätze, auf denen ein bestimmter Abschnitt für Reisemobile reserviert ist. Einerseits bieten sie ein Mindestmaß an Ausstattung, andererseits bleibt in vielen Fällen der Parkplatz-Charakter erhalten.

 

Die meisten Wochenend-Stellplätze fallen deutlich kleiner aus als die beschriebenen Reisemobilhäfen. Viele dieser Stellplätze besitzen eine Kapazität zwischen 5 und 15 Reisemobilen. In einigen Ausnahmefällen, etwa auf Volksfestplätzen oder Großparkplätzen, finden sich auch Standard-Stellplätze für 50 oder mehr Reisemobile.

 

Da es sich bei diesen Stellplätzen, wie oben erwähnt, meist um bereits existierende, teilweise umgewidmete Parkflächen handelt, fallen die Investitionskosten erheblich geringer aus. Im Prinzip sind lediglich die Ausgaben für die notwendigen technischen Installationen (Ticketautomat, Ent- und Versorgungseinrichtungen, Stromsäulen, Info-Tafel) zu tragen. Dank dieser Ausstattung eignen sich Stellplätze dieses Typs gut für einen Aufenthalt von zwei oder drei Nächten.

Basic-Platz

 

Die Basis-Kategorie von Stellplätzen zeichnet sich durch einen einfachen Standard aus. Zumeist handelt es sich um gewöhnliche Parkflächen für Pkw und andere Fahrzeuge ohne reservierten Übernachtungsbereich und ohne besondere reisemobilspezifische Ausstattung, die aber mit dem Einverständnis des Grundbesitzers oder der Kommune als Übernachtungsplatz für eine Nacht genutzt werden dürfen.

 

Daher lässt sich die Kapazität eines typischen Transitplatzes auch nicht genau definieren, sie schwankt je nach Größe des Geländes zwischen einem und 50 Mobilen. Trotz ihres eingeschränkten Komforts erfreuen sich auch diese Stellplätze, oft finden sie sich bei Gaststätten oder Hotels, bei einigen Reisemobilisten großer Beliebtheit, vor allem als Zwischenstation auf einer längeren Fahrt.

 

Größere Investitionen fallen für den Stellplatzbetreiber in der Regel nicht an, denn für ihn soll ein Transit-Stellplatz meist nur einen angenehmen Nebeneffekt haben, nämlich mehr Gäste für sein Restaurant oder sein touristisches Angebot begeistern. Insofern verfügen auch nur die wenigsten Transit-Plätze über eine spezielle Ausstattung für den Betrieb als Stellplatz. Mancherorts lässt sich ein improvisierter Stromanschluss herstellen, manchmal ist auch das Bunkern von Frischwasser an einem Außenwasserhahn möglich, moderne Entsorgungseinrichtungen stellen aber eine Ausnahme dar.